Rückblick  –  Samstag, 13.03.2004



Das Leben mit Gelassenheit gestalten

Frauen trafen sich am Samstag zum Frühstück – Spannende Vorträge und lebhafte Diskussionen



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NASTÄTTEN. Um Gelassenheit als Instrument einer sinnerfüllten Lebensgestaltung, um die Fä­hig­keit zum Loslassen und um „Entschleunigen“ im Alltag ging es beim nunmehr sechsten „Früh­stücks­tref­fen für Frauen“ in der Blaufärberstadt. Es gab vielseitige Denkanstöße im voll­be­setz­ten Bürgerhaus, bei dem zahlreiche Kinder den Wimmeleffekt noch verstärkten, ehe sie sich in fachkundige Obhut begaben. So konnten die Muttis ihr Treffen mal so richtig un­ge­stört genießen.

Pantomime Ralf Meißer aus der Klostermühle bei Obernhof leitete die Veranstaltung auf der mit Blumen, Schmetterlingen und einer vielseitigen Sammlung von Kaffeekannen ge­schmück­ten Bühne gekonnt ein. Er stellte meisterhaft einen Golfspieler, „Hüpf ins Land“ und schließ­lich „Wir fallen hin – stehen auf“ dar.

Die „Good News Singers“ gefielen auf Anhieb mit einem Gospel. Später sang das tem­pe­ra­ment­vol­le Dutzend von Silke Hehner, begleitet vom Gitarristen Alexander Hehner, afrikanische Weisen aus Nigeria und Kenia. In ihrer Begrüßung stellte Irmgard Gerullis den so perfekt or­ga­ni­sie­re­nden Mitarbeiterkreis als einen Zusammenschluss von Christinnen verschiedener Kon­fes­si­o­nen und mit sehr unterschiedlichen Begabungen vor.

Sehr offen berichtete Regina Brückner aus Bornich aus ihrem Leben. Die Mutter von fünf Kin­dern schilderte ihre Erfahrungen in fremden Städten. Schwermut und Selbstmitleid ver­düs­ter­ten ihr häusliches Glück, ein Hang zum Perfektionismus erschwerte ihr Leben bis zu der Er­kennt­nis: „Gott trägt mich in Erfolg und Misserfolg.“

„Familie, Beruf, Freizeit – gelassen läuft's“ hieß das Hauptreferat von Linda Karbe, die als Österreicherin einen Berliner heiratete. Drei Kinder gehören zur Familie und ein großer Hund. Linda Karbe war beim allerersten Frühstückstreffen vor nunmehr 20 Jahren in Gießen dabei und widmet einen Großteil ihrer Zeit der Beratung von Frauen und Paaren. Sie ging ihr schwie­ri­ges Thema locker an und schilderte mit feinem Humor typische Alltagssituationen, in den­en Gelassenheit und die Fähigkeit des loslassen Könnens ebenso gefragt sind wie in schwie­ri­gen Krisen, bei Krankheit, Altersbeschwerden oder dem Verlust lieber Menschen.

In einer längeren Pause diskutierten die Frauen eifrig, wie sich eine gelassene Persönlichkeit definieren lasse und wo Gelassenheit in Schwierigkeiten helfe. Linda Karbe nannte eine Person gelassen, die gut mit sich, mit anderen, mit Dingen und Gegebenheiten zurecht komme und Situationen hinnehme, die sich nicht ändern lassen. Schilderte sie ihre eigenen Erfahrungen aus Jugend und früherer Ehe durchaus humorgewürzt, so wurde es sehr ernst, als sie vom Erkennen von Selbstlügen sprach. Sich, seinen Partner, seine Kinder und seine Arbeit gering zu schätzen und voller Neid auf andere zu blicken, sei gewiss kein er­folg­ver­spre­chen­der Weg. Überzeugte Christen lebten gelassener, so ihre Botschaft: Denn das Ver­trau­en in Gott bereichere das persönliche Leben ungemein.

Nach herzlichem Beifall empfahl Regina Brückner einige Bücher zu dem lebensnahen Thema. In ihrem Schlusswort dankte Irmgard Gerullis allen, die zum Gelingen des „guten Vormittags“ beigetragen hatten, und kündigte für die Herbstveranstaltung eine Änderung an: Da zahl­rei­che Anmeldungen diesmal nicht berücksichtigt werden konnten, will man erstmals ein Früh­stücks­tref­fen am Freitagabend veranstalten und am Samstagvormittag wiederholen.

(Text: Winfried Ott, Foto: Norbert Schmiedel / Rhein-Lahn-Zeitung vom 15.03.2004)

Verstanden


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