Rückblick  –  Samstag, 17.09.2005



Einsamkeit – mitten im Getriebe

Beziehungen knüpfen und pflegen – Referentin Popplow gab den Teilnehmerinnen viele Ratschläge gegen die Einsamkeit mit auf den Weg


Um Einsamkeit auch inmitten des Alltagsrummels ging es im jüngsten „Frühstückstreffen für Frauen“ im wieder einmal voll besetzten Bürgerhaus in Nastätten. Es gab viele gute Gespräche rund um ein Referat der Psychologin und Psychotherapeutin Katja Popplow aus Heidelberg.

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NASTÄTTEN. Wieder war die Bühne im Bürgerhaus Nastätten mit viel Geschmack dekoriert und erinnerte an Urlaub und Entspannen, als Irmgard Gerullis die Teilnehmer dazu einlud: „Fühlen Sie sich wohl bei uns!“ Sie stellte kurz das inzwischen immer weiter verbreitete Frühstückstreffen als überkonfessionelle Organisation ohne Vereinscharakter vor.

Jacqueline Becht (Geige) und ihre Schwester Angelique (Querflöte) aus Weisel stimmten musikalisch ein, ehe Rosemarie Maisack aus Dörscheid allen „einen wunderschönen Morgen“ wünschte und dann gleich hinterfragte: „Was sind Wunder?“ Nach einem Einblick in ihr Leben und ihre Familie riet sie, die „wunderbaren kleinen Dinge im Alltag“ dankbar anzunehmen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück stellte sich die Referentin Katja Popplow vor, die in Berlin als Textildesignerin gearbeitet hatte, ehe sie nach Heidelberg ging und nach dem Studium als Psychologin und Psychotherapeutin wirkte. Ihren Vortrag über „Einsamkeit – mitten im Getriebe“ leitete sie mit der Erfahrung des „Kleinen Prinzen“ ein, dass es keinen Kaufladen für Freunde gibt und man sich Menschen vertraut machen muss.

Einsamkeit werde immer subjektiv empfunden und habe sehr verschiedene Ursachen wie Depressionen, große Enttäuschungen, schwere Verluste, Alkoholismus oder auch Egoismus. Wer aus ihr herauswolle, müsse Beziehungen knüpfen und pflegen, obwohl sie erneut verletzbar machen. Völlige Geborgenheit sei letztlich nur in Gott möglich. Einsamkeit müsse nicht zwangsläufig mit Verlassensein und innerer Leere verbunden sein. Es gebe auch positive selbst gewählte „Auszeiten“ aus dem hektischen Alltag.

In einer längeren Kaffeepause diskutierte man an den Tischen über eigene Erfahrungen und Strategien im Umgang mit Einsamkeit. Im zweiten Teil ihres Referats riet Katja Popplow, in schweren Fällen unverschuldeter Einsamkeit den Weg zur psychiatrischen Betreuung nicht zu scheuen.

Im Übrigen gelte das „Rezept“ Jesu: „Steh auf!“ Ehe, Familie und Gemeinschaft seien als Aufgabe zu sehen, der sich „einsame Egoisten“ zu entziehen suchen.

Wer im Internet nach Gemeinsamkeit suche, verliere häufig den Kontakt zum sozialen Umfeld. Am Ende seines Lebens aber stehe schließlich jeder allein, hier könne nur Christus ihn begleiten.

Irmgard Gerullis dankte Mitwirkenden, Helferinnen und Teilnehmern sehr herzlich und kündigte weitere Gesprächstreffen an, ehe Regina Brückner weiterführende Bücher zum Thema des Tages vorstellte.

(Text und Foto: Winfried Ott / Rhein-Lahn-Zeitung vom 21.09.2005)

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