Rückblick  –  Samstag, 09.09.2006



Das Leben ist einfach nicht fair!

Trotz aller Unwegsamkeiten fordern Referentinnen zur Gelassenheit auf


NASTÄTTEN. Der Bürgerhaussaal war wieder einmal voll, als Irmgard Gerullis das jüngste Frühstückstreffen eröffnete. Den Einstieg in die Thematik „Das Leben ist einfach nicht fair“ bot ein erschütternder Bericht von Else Hohl aus Lahnstein, die früh drei Kinder verlor und jahrelang einen schwerbehinderten Sohn pflegte. Der Tod ihres Mannes hatte sie in tiefe Depressionen gestürzt, doch die Bibel gab ihr Kraft; und mit Tochter und Enkeln genießt sie nun ein spätes Glück.

Bild "fff:bild-archiv-2006-2-02.jpg"
Doris Schulte wuchs zwar in Kanada auf, zog dann aber nach Deutschland und in den Westerwald. Sie stellte klar, dass auf Erden nur in Märchen immer das Gute belohnt und das Böse bestraft wird. Diese „poetische Gerechtigkeit“ wird als fair empfunden. Umso tiefer treffen Ungerechtigkeiten, Feindseligkeiten, Mobbing und der Missbrauch guter Absichten.

Treffende Beispiele dafür fänden sich in der Bibel, bei David etwa oder Josef und seinen Brüdern. Die Referentin schilderte sehr lebensnah, wie viele Menschen auf solche Ungerechtigkeiten reagieren, um nach einer Pause Tipps zu mehr Menschlichtkeit zu geben: Verzicht auf Vergeltung, Abbau zwischenmenschlicher Zäune, Gelassenheit statt panischer Angstreaktionen. Eine faire Behandlung anderer sei weit mehr als knallharte Gerechtigkeit, sagte die Referentin. Jesus zeige dies in seinem Urteil über die Ehebrecherin.

Zum guten Gelingen des Morgens trugen schließlich die beliebte Chansonsängerin Ulla Jones und ihr Partner Gereon Bollinger am Flügel bei, deren einfühlsame Lieder die Veranstaltung kongenial begleiteten. Ein vielseitiges, gesundes Frühstücksbuffet und eine ansprechend geschmückte Bühne, ein Büchertisch und die gute Kinderbetreuung gehörten wieder zu den Merkmalen des Treffs. Solche Frühstückstreffen, deren Basis der Glaube an einen gemeinsamen Gott ist, gibt es inzwischen in rund 220 deutschen Städten, doch selbstgebackenen frischen Kuchen findet man – ist Irmgard Gerullis sicher – nur in Nastätten.

(Text: Winfried Ott / Rhein-Lahn-Zeitung vom 13.09.2006)

Verstanden


Zur optimalen Gestaltung und weiteren Verbesserung unserer Website verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung unserer Seiten stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.   Datenschutzhinweise