Rückblick  –  Samstag, 21.04.2007



Kinder brauchen Grenzen

Klare Ansagen beim Treffen für Frauen – Bürgerhaus war voll


NASTÄTTEN. „Was unsere Kinder wirklich brauchen.“ So lautete das Thema des „Frühstückstreffens für Frauen“ im wie immer voll besetzten Bürgerhaus in Nastätten. Stolz teilte Irmgard Gerullis mit, dass mindestens 40 Kinder fachkundig im Hause betreut wurden, während ihre Muttis am Treffen teilnahmen. Solche Frühstückstreffen gibt es inzwischen schon in sieben europäischen Ländern.

Einen stimmungsvollen Rahmen bot die ansprechende Bühnendekoration: Frühlingsblumen, Kinderzeichnungen und überall bunte Schmetterlinge. Dazu gehörte auch klassische Musik, mit der Kantor Markus Ziegler (Flügel) und Michael Powarzynski (Blockflöte und Violine) einstimmten und auflockerten. Zur inhaltlichen Einstimmung bat Gerullis fünf Mütter aus dem Publikum zu einem kleinen, aber inhaltsreichen Interview: Andrea Röhrig (vier Kinder), Anke Krüger (fünf), Annette Hartung (vier), Melanie Schmitt (drei) und Gabi Burdinski (vier) schilderten sehr offen ihre Situation, zwei von ihnen als werdende Mütter.

„Krippenplätze sind wichtig, doch ich bin gern zu Hause“, sagte eine. Und eine andere bezeichnete sich als „Mutter aus Leidenschaft“. Alle nannten es wichtig für ihre Kinder, in einer großen Familie aufzuwachsen – wobei auch eine „Patchwork-Familie“ keine Schwierigkeiten bereitete. „Gott hat mich an diesen Platz gestellt“, war die Antwort einer tapferen Mutter, die von Kindergarten und Schule „weniger Kopf, aber mehr Herz und Liebe“ erwartete.

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Die vor allem in Familientherapie erfahrene Diplom-Sozialarbeiterin Ursula Koszudowski referierte schließlich über die Rolle des Kindes im Laufe der Jahrhunderte. Nach einem historischen Überblick schilderte sie kleine Tyrannen, die ständig neue Serviceleistungen fordern und nicht bereit sind, Aufgaben zu übernehmen. Das Familienbild im Werbefernsehen, die „heimlichen Miterzieher“ einschließlich der Rolle des Fernsehens und die Bedeutung des elterlichen Vorbilds waren weitere Schwerpunkte des Vortrags, dessen erster Teil in der Feststellung gipfelte: Erziehen ist Schwerstarbeit. Nach einer Pause kamen klare Ansagen: Kinder brauchen Zuwendung, Erfahrungen und Freiräume. Nicht weniger wichtig: Sie brauchen deutliche Grenzen und ermutigendes Lob.

(Text und Foto: Winfried Ott / Rhein-Lahn-Zeitung vom 23.04.2007)

Verstanden


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